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Bevacizumab (Avastin©):

Unter Angiogenese versteht man die Neubildung von Blutgefäßen, welche eine essentielle Voraussetzung für das Wachstum von Tumoren und der Entstehung von Metastasen darstellt. Angiogenese-Hemmer verhindern die Neubildung von Blutgefässen, wobei 3 unterschiedliche Mechanismen der Angiogenesehemmung möglich sind und mit Hilfe von monoklonalen Antikörpern, Tyrosinkinaseinbihibitoren, Metalloproteinasen, Farnesyltransferasen oder Cyclooxygenase erfolgen. Bevacizumab (Avastin®) ist ein monoklonaler Antikörper, welcher sich an den Gefäßwachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor), der die Bildung von Blutgefäßen im Tumor stimuliert, bindet. Somit wird dem Tumor die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen entzogen.
In einer im Jahr 2003 präsentierten, placebo-kontrollierten Studie wurde die damals in den USA gültige Standardchemotherapie (Irinotecan/5-FU/Leukovorin nach Saltz) entweder in Kombination mit Bevacizumab (n=403) oder mit einem Placebo (n=412) als first-line Therapie beim fortgeschrittenen Kolorektalkarzinom untersucht. Es ergab sich ein signifikanter Überlebensunterschied zugunsten der Kombination mit Bevacizumab (20,3 vs. 15,6 Monate). Auch das progressionsfreie Überleben (10,6 gegenüber 6,24 Monate) und die objektiven Ansprechraten (45% gegenüber 35%) konnten durch die zusätzliche Gabe von Bevacizumab signifikant verbessert werden. Im Gegensatz zu den in Rahmen von Phase I und II Studien gehäuft aufgetretenen Blutungen, thrombembolischen Ereignissen und Hypertension fand sich in dieser Studie keine signifikante Zunahme von signifikanten Blutungen und thrombembolischen Ereignissen im Bevacizumab-Arm, allerdings waren Grad 3-Hypertonien mit 10,8 vs. 2,3% signifikant erhöht. Auffallend war, dass bei 6 Patienten im Bevacizumab + IFL-Arm eine Perforation des Gastrointestinaltrakts stattgefunden hatte. Diese Studie ist erstmals ein klarer Beleg für einen anti-angiogenetischen Ansatz in der Behandlung des kolorektalen Karzinoms in Kombination mit Chemotherapie. Gleichzeitig ist auch eine Studie zur Secondline-Therapie mit FOLFOX + Bevacizumab versus FOLFOX + Placebo bereits abgeschlossen, sodass sich auch in der Therapiesequenz ein möglicher Vorteil von Bevacizumab bald abschätzen lässt. Der Einsatz von intrazellulär angreifenden VEGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren wird zur Zeit auch beim fortgeschrittenen kolorektalen Karzinom in Rahmen von randomisierten Studien geprüft.
 
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